DSA-LARP: Crowdfunding zum Regelwerk läuft

Ich kopiere hier einfach mal den Text von der Crowdfunding-Seite rein. Mitmachen kann man hier. 

Das Schwarze Auge „Zum Anfassen“

Fast jedes Wochenende finden in Deutschland ein oder sogar mehrere Live-Rollenspiele in der Welt von „Das Schwarze Auge“ statt. Der verstorbene Jörg Raddatz war es, der bereits in den 90ern die ersten noch sehr schlichten LARPs in Aventurien auf die Beine stellte. Seitdem wurden mehrere Vereine mit dem Ziel gegründet, DSA im Live-Rollenspiel erlebbar zu machen. Doch eines gab es nie: ein offizielles DSA-LARP-Regelwerk, auf das sich alle Orgas einigen konnten. Das wollen wir jetzt ändern.

Die DSA-LARP-Kampagne von Ulisses, verwaltet von Orkenspalter TV, hat die Aufgabe, DSA-LARP und die lebendige Pen and Paper-Welt endlich zusammenzuführen. Das geschriebene Aventurien beeinflusst die Live-Rollenspiele – aber auch umgekehrt soll es Einflüsse geben. Was die Kampagne für LARP-Orgas und Spieler alles bietet oder in Zukunft bieten soll, das auszuführen dafür ist leider hier kein Platz, daher seid auf diese Seite verwiesen: http://aventurien-kampagne.de/

Ein Stützpfeiler für diese LARP-Kampagne und die Zukunft des Live-Rollenspiels in Aventurien ist aber ein offizielles Regelwerk, das nun schon seit Jahren in Arbeit ist. Das Team von Orkenspalter TV hat mit viel Feedback aus der LARP-Gemeinde ein einsteigerfreundliches, stimmiges und faires System entwickelt. Seit gut einem Jahr wird dieses Regelwerk getestet – im Rahmen dieses Crowdfundings wollen wir es euch in einer möglichst praktischen und optisch schicken Version präsentieren.

Was ist das Konzept dieser Bücher?

Das Regelwerk erscheint zweigeteilt, um seinen Nutzen im LARP – und auch für Nicht-LARPer – zu maximieren. Alle Outtime-Teile (also alle echten Regelemente, die nicht Teil der Spielwelt sind) finden sich im ersten Buch, dem LARP-Regelwerk. Dieser Band ist vollfarbig und mit vielen anschaulichen Fotos aus dem DSA-Live-Rollenspiel versehen. Hier werden Charaktererschaffung, Kampf, Magie, Heilung, Alchimie und vieles weitere erklärt. Außerdem gibt es Tipps für Einsteiger und Orgas, beispielhafte Anekdoten und Szenarien.

Das zweite Buch ist ein kombinierter Codex Cantiones/Liber Liturgium-Band. Dieses Buch ist dazu gedacht, von eurem LARP-Charakter auf Cons als Teil der Ausrüstung mitgenommen zu werden. Magier nutzen es von vorne nach hinten und Geweihte drehen das Buch einfach herum. Es enthält alle Zaubersprüche und Liturgien, die wir auf dem Stand von DSA5 im Jahre 2017 für im LARP praktikabel halten. Hier wird bei jedem Spruch beschrieben, welche Wirkung er hat, was der Magier oder Geweihte dafür tun muss und wie er dargestellt werden kann. Außerdem werden Kosten an Astral- oder Karmapunkten vorgeschlagen. Es wurden im Einzelfall nach dem Feedback einiger Spieler auch Sprüche aufgenommen, die eigentlich im LARP nicht gut darzustellen sind – und mit entsprechenden Hinweisen versehen. Dieses „Zauber- und Gebetsbuch“ enthält außerdem Listen mit Kräutern, Tränken und Giften. Es ist komplett in schwarz-weiß gehalten und erinnert optisch an die Vademecum-Bände, so dass es komplett intime (also als Teil der Spielwelt) zu benutzen ist.

Beide Bücher werden im praktischen A5-Format gedruckt, so dass sie leicht ins LARP-Gepäck passen. Sie erhalten matte, ambientige Papp-Hardcover. Über Bonusziele könnt ihr beiden Büchern außerdem noch stimmigere Kunstleder-Einbände spendieren. Jedes Buch wird ca. 200 Seiten stark werden – und über die Bonusziele könnt ihr beide Bücher noch dicker machen.

 

Wer sind die Autoren?

Die Bücher wurden von Mháire Stritter und Nico Mendrek geschrieben. Mháire und Nico von Orkenspalter TV wurden vor gut einem Jahr mit der Leitung der LARP-Kampagne betraut. Sie haben seit Anfang des Jahrtausends gemeinsam fast 100 Live-Rollenspiele besucht und über 30 davon selbst auf die Beine gestellt.

Außerdem sind sie natürlich schon lange als Autoren für DSA: Myranor tätig, haben Texte zu Aventuria und PC-Spielen wir Blackguards 2 beigetragen und dürften den meisten durch ihr Youtube-Format Orkenspalter TV bekannt sein.

Aktuell organisieren sie die Kampagne um das Collegium Magicae in Albernia, das in der RSH zur Siebenwindküste kanonisiert wurde, was die Figur unseres Mitarbeiters Steff Tannert – Magister Ephraim Ilmenblick – in den Status der offiziellen Meisterperson katapultiert hat. Entwicklungen dieser Art würden wir gern in Zukunft noch öfter sehen!

 Warum Crowdfunding?

Tatsächlich ist es sehr schwer einzuschätzen, ob es Bedarf an diesen Büchern gibt. Die LARP-Szene ist groß, aber unüberschaubar und auch wenn eigentlich jede DSA-LARP-Orga verpflichtet ist, ihre Con bei Ulisses anzumelden – grundsätzlich darf jeder DSA-Live-Rollenspiele veranstalten und wir haben keine Ahnung, wie viele Menschen da draußen DSA-LARP betreiben. Noch weniger können wir einschätzen, wie viele Pen and Paper-Spieler sich für das Regelwerk interessieren. Dabei gibt es auch für diese einige Gründe, sich für das Buch zu interessieren. Nämlich folgende:

Warum sollte ich das Buch als Pen and Paper-Spieler unterstützen?

Mal davon abgesehen, dass LARP ein fantastisches Hobby ist, das es ermöglicht, die Immersion in Aventurien nahezu zu perfektionieren und das dafür sorgt, dass man tolle neue Menschen kennen lernt, liefern unsere beiden Bücher auch einen Mehrwert für alle, die sich nicht mit dem Schaumstoffschwert in den Wald wagen wollen. Das Regelwerk ist voll von großartigen Fotos aus der Live-Rollenspiel-Welt und liefert so anschauliche Bilder von einem lebendig gewordenen Aventurien. Es enthält außerdem offizielle, gemeinsam mit der Redaktion erdachte LARP-Plots, die in dieser Form noch nirgendwo veröffentlicht wurden und die nun am Pen and Paper-Tisch nachgespielt werden können. Außerdem jede Menge unterhaltsame Anekdoten aus 15 Jahren DSA-LARP.

Wie funktioniert das Regelwerk?

Das Regelwerk wurde nach drei Grundprämissen erstellt:

  1. Es soll einfach und leicht zugänglich sein. Es dauert keine fünf Minuten, sich einen Charakter zu erschaffen und es ist offen angelegt, so dass jedes Charakterkonzept möglich ist. Es werden keine sperrigen PnP-Mechanismen ins LARP übertragen.
  2. Es soll fair sein: Magier und Geweihte sind profanen Charakteren nicht überlegen. Analog zu Astral- und Karmaenergie verfügen diese über eine neue Ressource namens „Talentenergie“, mit der bestimmte Aktionen beschleunigt oder überhaupt erst möglich werden. Dieser Mechanismus ist allerdings bei jedem Spieler komplett optional. Punktekosten werden fast immer 1:1 umgerechnet: Ein Astralpunkt verursacht oder heilt einen Schaden. Ein Talentpunkt sorgt für das gleiche.
  3. Es soll als modernes System alle LARP-Philosophien ansprechen. Einige LARPer schwören auf Punktesysteme, andere auf freies Spiel („Du kannst, was Du darstellen kannst“). Das führt in der Praxis immer wieder zu Reibereien, wenn verschiedene Strömungen aufeinander treffen. Das einzige, auf was sich beide meist einigen können: Zauber und Liturgien sollten über Punktekosten geregelt sein. Unser Regelwerk ist so designt, dass es im Spiel nicht bemerkt wird. Wer ein Regelwerk ablehnt, dem wird es auch gar nicht auffallen, selbst wenn andere Spieler es benutzen. Denn es kommt ohne „Telling“ aus. Niemand muss irgendwelche Werte oder Waffenschaden durch die Gegend brüllen oder seine Magieresistenz vergleichen. Es muss auch niemand groß Werte im Kopf behalten, denn jeder Spieler entscheidet selbst, welche Teile des Regelwerks er nutzt und welche nicht.

Einige Beispiele hierfür:
Bei der Charaktererschaffung erhält jeder Spieler gleich viel Punkte für einen Pool, den er auf Lebensenergie, Talentpunkte und Astral- oder Karmapunkte verteilt. Jeder Vorteil im Spiel, selbst so etwas wie „Adlig“, gilt als Talent, das über das Verteilen von Talentpunkten freigeschaltet wird. Damit ist jedes Charakterkonzept nachbaubar, das Regelwerk enthält Beispiele dafür, wie die Punkte für klassische Konzepte wie „Zwergenschmied“, „Graumagier“ oder „Elfischer Zaubersänger“ verteilt werden könnten.

Wer sich ein Talent oder einen Zauber freischaltet, erhält neben dem Talent oder dem Spruch auch die dazugehörige Menge an Talent- oder Astralpunkten, nämlich genau so viel, wie Talent oder Spruch gekostet haben. Talentpunkte können dann frei eingesetzt werden, um effektiver zu sein: Ein Schloss wird schneller geknackt, ein Trank schneller gebraut. Jeder Spieler entscheidet das im Stillen für sich. Wer über diese Punkte im Kopf nicht Buch führen will, der hat es ebenfalls einfach: Er kann alle Talente einsetzen, die er sich gekauft hat und muss den dafür beschriebenen Aufwand betreiben. Das Ausgeben von Talentpunkten ersetzt nie das Ausspielen, es macht Spieler nur effektiver.

Wird ein Zauber auf einen Spieler gewirkt, kann dieser über das Talent Seelenstärke widerstehen. Es erlaubt, einmal am Tag, einen Zauber abzuschütteln. „Verbesserte Seelenstärke“ erlaubt das zwei Mal. Die vom Zauberer aufgewendete Astralenergie verpufft, das Opfer spielt einfach aus, dass es gegen den Zauber ankämpft. Dieses Widerstehen kostet das Opfer Talentpunkte, aber es muss niemand über das Feld schreien „Fulminictus 3“ – oder schlimmer: „Fulminictus Donnerkeil!“ – „Auf welche Stufe? Meine Magieresistenz ist 2“. Wer das Spiel mit Talentpunkten ablehnt, muss nicht im Kopf darüber Buch führen, da die Kosten ohnehin durch den Kauf des Talents abgedeckt sind. Wer also seine Talentpunkte nicht einsetzt, wird immer genug Punkte haben, um Seelenstärke so oft wie erlaubt anzuwenden, ohne dass das Balancing gegenüber Spielern leidet, die Talentpunkte aktiv nutzen.

All diese Beispiele zeigen: Am Ende kann jeder seinen eignen Regelstil nutzen, ohne dass er damit den anderen Spielern in die Quere kommt. Das Regelwerk ist zudem auch nicht verbindlich für Orgas in der DSA-LARP-Kampagne. Es versteht sich als Sammlung von Vorschlägen und es ist durchaus in Ordnung, nur Elemente zu übernehmen. Auch die Gliederung in zwei Bücher soll hier helfen: Wollt ihr einfach nur die Zauber mit eigenen Grundregeln nutzen oder umgekehrt? Kein Problem.

Was gibt es noch?

Im Rahmen dieser Kampagne könnt ihr beide Bücher immer weiter ausbauen: Sie erhalten mehr Inhalt, je weiter das Funding nach oben klettert. Dann gibt es mehr Fotos, mehr Tipps, mehr Anekdoten und mehr Plots.

Außerdem könnt ihr einen aventurischen Kalender freischalten, der sich an der DSA-Zeitrechnung orientiert und jeden Monat thematisch passende Bilder von LARP-Geweihten oder dem aventurischen Alltag zeigt. Diesen Kalender könnt ihr dann dazu bestellen. Weitere Bonusziele werden nach und nach freigeschaltet, zum Start der Kampagne werden nicht alle angezeigt.

Letztlich könnt ihr eure Bestellung mit der Vademecum-Reihe aufstocken. Die Handbücher für Geweihte gibt es als Zusatzprodukt.

Über

Video-Journalist, Filmemacher, Autor, Sprecher

Eine Anmerkung zu “DSA-LARP: Crowdfunding zum Regelwerk läuft

  1. Sehr interessant zu lesen!

    Ich war in den 90ern als Teenager massiv in Aventurien unterwegs. Wir haben uns damals jeden Sonntag getroffen und in der immer gleichen Runde unsere festen Helden auf die Pen&Paper-Reise geschickt. War eine gute Zeit!

    Mit LARP habe ich damals immer geliebäugelt, aber es konnte noch niemand von uns Autofahren und wir haben in der Kleinstadt gewohnt. Dadurch hat sich das die ergeben.

    Als ich älter war und Autofahren konnte, war ich schon nicht mehr so im Rollenspielbereich aktiv.

    Dennoch verbinde ich mit DSA eine Menge tolle Erinnerungen und viel Liebe.

    Es freut mich deshalb ungemein, zu lesen, dass es lebt und auch im LARP Bereich nach wie vor Anklang findet.

    Ich wünsche der Crowdfunding-Kampagne viel Erfolg 🙂

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